Myanmar wird das neue Bangladesch
- 25. Jan. 2016
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Niemand will Kleidung tragen, bei deren Herstellung Menschen sterben. Die Modebranche hat nach der Katastrophe von Bangladesch Besserung gelobt. Doch nur der Preis zählt. (...) Die Textilindustrie zieht weiter, die schlechten Arbeitsbedingungen auch. In Myanmar boomt seit der Öffnung des Landes die Bekleidungsindustrie, immer mehr Hersteller und Zulieferer lassen in dem südostasiatischen Land produzieren. Auch, weil nach derKatastrophe von Rana Plaza im Jahr 2013 viele Unternehmen Bangladesch verlassen haben. (...) In Myanmar produzieren aber namenhafte europäische und deutsche Unternehmen. Mit dabei laut Oxfam sind: Aldi, Tchibo, Jack Wolfskin sowie GAP, Primark und H&M. Adidas plant, in dem Land Schuhe herstellen zu lassen.Die Hilfsorganisation fordert die Hersteller wegen der Erkenntnisse auf, ihren Mitarbeitern zu gestatten, sich zu organisieren. Zudem sollten sie ihre Angestellten gerade mit Blick auf Sicherheitsrichtlinien ausbilden. Oxfam fordert zudem von den Modemarken, langfristige Verträge mit den Herstellern zu schließen und bei Vertragsabschlüssen darauf zu achten, dass Mindestlöhne gezahlt werden können. Zudem sollten die Lieferzeiten nicht zu kurzfristig sein, um Überstunden zu vermeiden.Auch die G-7-Staaten hatten Myanmar im Blick, als sie sich im Oktober dazu entschlossen, den Vision-Zero-Fonds aufzusetzen. Dieser soll präventiv Projekte im Arbeitsschutz in Entwicklungsländern fördern. Doch die sieben großen Wirtschaftsnationen konnten sich nur auf eine Anschubfinanzierung von gerade einmal sieben Millionen Euro einigen.(...)
Von Michael Stürzenhofecker DIE ZEIT 2015

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