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Fair ist noch nicht gerecht Ein Gespräch mit Thomas Pogge, einem der bekanntesten Philosophen Deuts

  • 5. Nov. 2015
  • 1 Min. Lesezeit

....Ein fairer Preis für einen Textilarbeiter oder eine Textilarbeiterin in Bangladesch wäre immer noch sehr viel niedriger als der niedrigste Preis für den es in Österreich überhaupt Zeit zu kaufen gibt. Weil es ein bisschen höher ist, als normalerweise in Bangladesch bezahlt wird, würde man das als fair betrachten. Aber die Gerechtigkeit würde schon größere Ansprüche stellen und würde sagen: ist es eigentlich gerecht, dass Arbeitslöhne in Bangladesch so viel niedriger sind? Wie kommt es denn, dass sie so viel niedriger sind? Hat es damit zu tun, dass es so wunderbar angenehm ist in Bangladesch zu leben, sodass alle Arbeiter unbedingt gerne in Bangladesch arbeiten wollen? Das ist natürlich nicht der Grund. Sondern der Grund ist, dass die Leute in Bangladesch dort eingesperrt sind, dass sie nicht über Landesgrenzen hinweg ihre Arbeitskraft anbieten dürfen, dass also wir unseren Arbeitsmarkt abschotten gegen die Konkurrenz aus anderen Ländern und insofern diese großen Lohngefälle perpetuieren. Und das wäre vom Standpunkt der Gerechtigkeit aus nicht gerecht. Ein gerechter Lohn wäre wahrscheinlich ein Lohn, der sehr viel höher Läge als der Lohn, der jetzt oft als fair betitelt wird...... ORF Das Interview führte Alexandra Siebenhofer, help.orf.at 27.12.2014


 
 
 

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