Gesichter der Armut -Faces of Poverty 3,5 Millionen Textilarbeiterinnen, alle schnell ersetzbar ....
- 2. Okt. 2015
- 1 Min. Lesezeit

Ein Film von Manfred Karremann ZDF 29.19.2015
"Manfred Karremann über seinen Film: Es ist ein Dilemma: Allein in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka lebt fast die Hälfte der sechzehn Millionen Einwohner in Elendsvierteln. Und es werden immer mehr: Vor allem durch die vielen Überschwemmungen, die das Land heimsuchen, verlieren viele Bauern ihre Existenz.
Mittellos ziehen ganze Familien in die Hauptstadt. In die Hoffnung auf irgendeine Arbeit, Frauen vor allem in der Textilindustrie. Dreieinhalb Millionen Menschen arbeiten dort. Bangladesch ist nach China der größte Textilexporteur der Welt. Das hat auch seinen Grund: Dort T-Shirts, Jeans oder Kleider nähen zu lassen, ist extrem billig. Entsprechend sind aber auch die Arbeitsbedingungen: 10, 12, ja bis zu 16 Stunden Nähen an sechs oder sieben Tagen in der Woche - für 58 Euro. Noch vor zwei Jahren lag der Lohn sogar bei 28 Euro. Luxusmarken, so haben wir festgestellt, zahlen nicht besser als Textildiscounter: Sie produzieren oft in denselben Fabriken.
Aber: Vielleicht sind 58 Euro in Bangladesch gar nicht so wenig? Doch. Man kann damit dort zwar mehr kaufen, als bei uns. Aber schon die Miete einer Wellblechhütte kostet etwa 25 Euro im Monat. 58 oder auch 70 Euro im Monat sind auch in Bangladesch zu wenig zum Leben, gerade mal genug zum Überleben."

Kommentare