Rückblick 2006: Alarmierende Meldungen: Textilfachschule Haslach kämpft um Schüler.
- 29. Juli 2015
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"Textilindustrie gibt es nur mehr in China oder im ehemaligen Ostblock, so die weit verbreitete Meinung, die aber nicht für alle Textilbereiche stimmt. Mit Folgen: So kämpft die Textilfachschule Haslach seit Jahren um Schüler.Dabei hätten die Absolventen nach der Schule fast eine Jobgarantie.Nur fünf Anmeldungen für nächstes SchuljahrBlickt der Direktor der Textilfachschule Haslach, Erich Hetzmannseder, auf die Anmeldungen für das kommende Schuljahr, wird ihm Angst und Bange: "Die Anmeldezahl liegt derzeit leider bei nur fünf Anmeldungen. Wir bräuchten die doppelte Zahl, damit die Klasse wieder eröffnet werden kann. "Schlechtes Image der Branche" An der Ausbildung liege es nicht, beteuert auch die Wirtschaft. Mit Textildesign, Textiltechnik und Textilwirtschaft liege man richtig. Vielmehr bereite das schlechte Image, das die Branche habe, Probleme.
Ganz nach dem Motto: Wer will schon Textilfacharbeiter werden, wenn doch in den vergangenen Jahren die Industrie verstärkt in den Osten und nach China abgewandert ist.
Dabei haben sich viele Textilbetriebe auch in Oberösterreich in der Vergangenheit einen guten Namen gemacht. Die Firma Haberkorn etwa hat sich auf Gurte, Schläuche und Auto-Airbagteile spezialisiert. Durch diesen Erfolg in der Nische könne man immer wieder Arbeitsplätze anbieten, so Geschäftsführer Karl Haberkorn: "Man braucht gute, kreative Leute, die Ideen haben."
"Image der Sparte muss aufpoliert werden". Diese zu finden, werde aber immer schwieriger. Etwa zehn bis 15 Mitarbeiter bräuchte die Textilindustrie in Oberösterreich pro Jahr. 2.000 Mitarbeiter sind in der Branche in unserem Bundesland beschäftigt. Das Image der kleinen Sparte müsse aufpoliert werden, ist sich Friedrich Dallamaßl von der Wirtschaftskammer bewusst: "Es ist sicher jetzt an der Zeit, diese kleine Branche sehr, sehr massiv zu unterstützen." Wirtschaft vergibt Stipendien für Haslach Dass Not am Mann ist, zeigt auch die Tatsache, dass die Wirtschaft für Haslach Stipendien vergibt. Bis zu 700 Euro können Schüler aus finanzschwachen Familien pro Semester bekommen." Und wie sieht es heute in Haslach aus? Das Konzept scheint aufgegangen zu sein. Informieren Sie sich hier: http://www.tfs-haslach.at/ .Heute gibt es in Haslach (OÖ) auch ein einzigartiges Webereimuseum: http://www.ooemuseumsverbund.at/museum/234_webereimuseum_im_textilen_zentrum_haslach. Foto: Courtesy Astrid Faber (c) for Art For Fair Fashion

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